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"Tellerrand"

KlimaSail-Törn vom 20. - 30. August 2019

30. August: Gen√ľgsamkeit, Gemeinsamkeit, Entschleunigung und Natur

 

Heute haben wir wieder an der Kieler Hörn festgemacht und dieser KlimaSail-Törn ist zu Ende gegangen.

Super war's - ein unglaublich spannendes und vielseitiges Konzept, bei dem man sehr viel lernen und noch mehr mitnehmen kann. Spaß und Segelsport kommen auch nicht zu kurz.

Die Gedanken sind noch nicht sortiert, was auch noch etwas dauern wird, aber es sind Worte wie Gen√ľgsamkeit, Gemeinsamkeit, Entschleunigung und Natur, die einem passend zum Arbeitstitel des T√∂rns als erstes in den Sinn kommen.

Eindrucksvoll dabei besonders das Selbstvertrauen und die √ľberzeugende Beharrlichkeit der j√ľngeren Generation an Bord im Setzen und Vertreten der wichtigen Themen, die gro√üe Hoffnung auf die Bewahrung der Sch√∂pfung erlaubt.

Danke!

29. August: ökologisch, regional, saisonal und pflanzlich

 

Am gestrigen Abend wurden noch zwei Erlebnisberichte von zwei Mitseglern pr√§sentiert: Ein halbj√§hriger Studienaufenthalt auf Spitzbergen und ein  einj√§hriger Forschungsaufenthalt in der Antarktis. Herausgestellt wurde jeweils die fragile Natur und die besondere Bedeutung f√ľr das Weltklima mit teilweise atemberaubenden Aufnahmen.

Danach ging es fr√ľh ins Bett, da wir um 3 Uhr morgens mit Motor Richtung Kiel-Holtenau ausgelaufen sind. Um 4:30 Uhr waren mit Setzen der Segel schlie√ülich fast alle wach.

Jetzt liegen wir wieder in Deutschland am Tiessen-Kai an der Schleuse zum Nord-Ostsee-Kanal, wo wir die Erlebnisse und Erkenntnisse der letzten Tage reflektieren und unsere letzten Vorräte verbrauchen.

Beim Bevorraten wurde schon bei den Einkäufen vor dem Törn darauf geachtet, dass die Speisen eine möglichst klimaschonende Bilanz aufweisen. Dies gelingt umso mehr, desto ökologischer, regionaler, saisonaler und pflanzlicher deren Ursprung ist.

28. August: Schöpfung nicht erschöpfen

 

Heute haben wir unsere Position aus taktischen Gr√ľnden nach Marstal, eine Hafenstadt an der S√ľdostspitze der d√§nischen Insel √Ür√ł, verlegt. Auf dem Weg durch die Inselwelt der s√ľdlichen Ostsee D√§nemarks sind wir engen Tonnenwegen gefolgt, die erneut nur mit Motor zu befahren waren. Von Marstal  aus starten wir bereits heute Nacht Richtung Kiel, da wir morgen Mittag in Holtenau ein Rendezvous zur Treibstoffaufnahme haben.

Mit einem Planspiel zur Vergegenw√§rtigung des Einflusses von Fischern und Fischereigesellschaften auf die Best√§nde √ľber mehreren Jahresl√§ufe haben wir uns vormittags besch√§ftigt. Entsprechend regulierende Ma√ünahmen wie Fangquoten und damit einhergehende Herausforderungen gerade in internationalen Gew√§ssern wurden darauf aufbauend diskutiert.

Ein aktueller und h√∂renswerter Podcast auf NDR Info zeigte √ľbrigens am gestrigen Abend noch auf, wie sich Klimaschutz in Kirchengemeinden verankern und umsetzen l√§sst. Link zu "Sch√∂pfung nicht ersch√∂pfen": Opens external link in new windowhttps://www.ndr.de/info/Schoepfung-nicht-erschoepfen,audio550304.html

27. August: individuelle Freiheit und Gemeinwohl

 

Heute sind wir aufgrund "falscher" Winde unter Motor gefahren -entlang F√ľnens K√ľste von Nyborg in den S√ľden nach Svendborg.

Gestartet wurde die inhaktliche Tagesarbeit durch die Vorstellung eines Planspiels zur Verdeutlichung der Lieferkette eines Handys mit seinen Herausforderungen auf der sozialen Seite wie Kinderarbeit und sklavenähnliche Arbeitsverhältnissen.

Es folgte eine Diskussion möglicher Lösungen zur komplizierten Frage, in welches Verhältnis individuelle Freiheit und das Gemeinwohl vor dem Hintergrund global begrenzter Ressourcen zu setzen sind. Identifiziert wurden entsprechend komplexe Ansätze mit intelligenten Mischungen von Instrumenten wie Regulierung, wahren Produktpreisen, lenkenden Steuern und Bildung.

26. August: Mikroplastik und echte Kreislaufwirtschaft

 

Auf dem Weg nach Nyborg haben wir heute Opens external link in new windowStoreb√¶ltsbroen passiert, die Gro√üer-Belt-Br√ľcke zwischen den Inseln F√ľnen und Seeland.

Inhaltlich haben wir an die Plastikdiskussion von gestern angekn√ľpft und speziell Mikroplastik in Drogerieartikeln thematisiert. Es gibt entsprechende Ver√∂ffentlichungen im Internet (beispielsweise vom BUND), die Produkte mit Mikroplastik benennen, aber auch komfortable Apps wie Opens external link in new windowCodeCheck, mit denen man durch Scannen des Barcodes Informationen zu problematischen Inhaltsstoffen der jeweiligen Produkte erhalten kann.

Generell zu Produkten wurden die Konzepte der "Opens external link in new windowCircular Economy" (echte Kreislaufwirtschaft) und speziell "Opens external link in new windowCradle to Cradle" (von der Wiege zur Wiege) besprochen, welche Design-Strategien und Gesch√§ftsmodelle bedeuten. Diese k√∂nnen f√ľr nachhaltig hergestellte Produkte eine m√∂glichst lange Nutzung garantieren und die beinhalteten Materialien quasi unbegrenzt und verlustfrei in technischen und biologischen Kreisl√§ufen zirkulieren lassen.

25. August: Ziel 14 der globalen Agenda - Lebensraumschutz

 

Auf der heutigen √úberfahrt nach Kerteminde auf F√ľnen wurden wir immer wieder von Schweinswalen begleitet.

Der Schutz des Lebensraumes dieser und aller anderen Meeresbewohner ist in derOpens external link in new window globalen Agenda im Ziel 14 "Ozeane, Meere und Meeresressourcen im Sinne nachhaltiger Entwicklung erhalten und nachhaltig nutzen" festgeschrieben, mit dem wir uns heute inhaltlich auseinander gesetzt haben. Das spezielle Problem der Meeresverschmutzung mit Kunststoffabfällen und so genanntem Mikroplastik sowie entsprechende Strategien zur Vermeidung derselben haben wir dabei vertieft behandelt.

Eingerahmt wurden diese Arbeiten am heutigen Sonntag von einer Andacht und anschließenden Gesprächen zur Bewahrung der Schöpfung. Schließlich haben wir kurz vor der Hafeneinfahrt noch bei schönstem Wetter einen Badestop eingelegt.

24. August: Windstille - Landgang - Erkundung


Aufgrund der heutigen Flaute in Verbindung mit einem wolkenlosen Himmel haben wir uns entschieden auf der wunderschönen Insel zu bleiben.

Dies gab uns auch die M√∂glichkeit in der Ostsee zu baden, am Strand zu sein oder die Insel mit dem Fahrrad zu erkunden. Bei letzterem wurde deutlich, dass Sams√ł eine besondere Insel ist: Sie wirbt mit ihrem √∂kologischen Bewusstsein und ist durch Windkraftanlagen, einem Sonnenkraftwerk und Biogasanlagen weitgehend energieunabh√§ngig und exportiert etwa 40 Prozent ihrer erzeugten Energie.
Passend dazu wurden die technischen M√∂glichkeiten und Grenzen der Erzeugung von Wasserstoff durch √ľbersch√ľssigen Windstrom als regenerative Energiequelle beispielsweise f√ľr den Verkehrssektor diskutiert.

Ebenso passend zur heutigen Sichtung von Schweinswalen wurde die Beeinflussung des nat√ľrlichen Lebensraumes derselben etwa durch Schiffsverkehr, Windkraftanlagen, Fischerei und Tourismus beleuchtet und Schutzm√∂glichkeiten ausgelotet.

23. August: auf dem Weg zur Insel Sams√ł

 

Heute gab es wenig Wind auf dem Weg zur Insel Sams√ł, so dass es viel Zeit f√ľr inhaltliche Arbeit gab:

Regelm√§√üig finden an unseren Stationen Bestimmungen der lokalen Wasserparameter statt, die R√ľckschl√ľsse auf die jeweilige Wasserqualit√§t zulassen. √úber die Dokumentation von Tr√ľbung, Sauerstoffgehalt, Inhalten einer Sedimentprobe etcetera k√∂nnen zudem Unterschiede in den Lebensraumvoraussetzungen entlang der K√ľste dargestellt werden.

Weiter wurde im Laufe des Tages der √∂kologische Fu√üabdruck aller einzelnen Teilnehmer*innen am T√∂rn bestimmt. Dieser gibt anschaulich in globalen Hektar die Fl√§che an, die man durch sein Verhalten beim Wohnen, in der Mobilit√§t, der Ern√§hrung und dem sonstigen Konsum f√ľr Ressourcengewinnung, -nutzung und -entsorgung pro Jahr in Anspruch nimmt. Zurzeit ben√∂tigten deutsche B√ľrger*innen etwa 5 Hektar pro Person. Bei gerechter globaler Verteilung stehen jedem*r Erdbewohner*in jedoch nur 1,8 Hektar zur Verf√ľgung - ein klarer Indikator daf√ľr, dass wir √ľber unsere Verh√§ltnisse leben und uns sofort in allen Lebensbereichen nachhaltiger aufstellen m√ľssen.

Der Beauftragte der Nordkirche f√ľr Umweltfragen berichtete dann √ľber das nachahmenswerte Projekt der √∂kofairen Gemeinde, welches u. a. eine nachhaltige Beschaffung zum Ziel hat. UnterOpens external link in new window www.oekofaire-gemeinde.de/projekt.html findet sich einiges an Material zur Umsetzung, das alle Gemeinden nutzen k√∂nnen, um ihren √∂kosozialen Fu√üabdruck zu mindern ...

22. August: "Der Gr√ľne Hahn"

Fredericia

Heute ging es bei bestem Segelwetter weiter nach Fredericia.

Vorgestellt wurde heute unter anderem der Opens external link in new windowGr√ľne Hahn, ein ambitioniertes Zertifizierungssystem eines Umweltmangementsystems f√ľr kirchliche Einrichtungen. Es erlaubt nach der Erfassung des Status Quo beispielsweise kontinuierliche Verbesserungen im Energieverbrauch von Geb√§uden, optimiertes Mobilit√§tsverhalten der f√ľr die Kirche T√§tigen ... vielleicht auch ein Programm f√ľr die Gemeinde in Kettwig?

Mit regionalem Bezug haben wir uns zudem heute dem √Ėkosystem Ostsee gewidmet. Stellvertretend f√ľr alle Gew√§sser wurden die Folgen von St√∂rungen wie Temperaturanstieg, √ľberm√§√üiger N√§hrstoffeintrag, Einschleppen invasiver Arten etcetera sowie dementsprechender Handlungserfordernisse erarbeitet.
Morgen geht es weiter nach Norden!

21.08. "Leinen los"

S√łnderborg

Heute hie√ü es um 8:30 Uhr "Leinen los", um mit der ersten √Ėffnung der Kieler Klappbr√ľcke √ľber die F√∂rde auszulaufen. Erstes Ziel war das d√§nische Sonderborg, das wir gegen 19 Uhr erreicht haben.

Tags√ľber gab es zun√§chst √ľber ein Faktenquiz einen interaktiven Einblick in die KlimaSail-Methodik. Das rief unter anderem in Erinnerung, dass wir vom wissenschaftlich gerade noch vertretbaren, globalen Temperaturanstieg von zwei Grad bereits √ľber 0,8 Grad verursacht haben. Oder das wir durchschnittlich zehnmal soviel Energie verbrauchen wie ein Bewohner des afrikanischen Kontinents, was bedeutet, dass wir unser Handeln im Rahmen von Klimagerechtigkeit und ressorcenbezogenem Eine-Welt-Lebensstil drastisch √§ndern m√ľssen.

Nach Vorstellung lokaler Klimaschutzaktivitäten teilnehmender Studierenden und Berufstätigen samt intensiver sich anschließenden Diskussionen war der erste Tag auf See auch schon fast vorbei.

20.08.19 Vorbereitungen an Bord

Heute war sp√§tnachmittags ankommen am Kieler H√∂rn angesagt. Kojen verteilen, einrichten, erstes gemeinsames Essen und formale Kennenlernrunde standen auf dem Programm. Daneben gab es nat√ľrlich  auch Zeit f√ľr erste Gespr√§che mit den anderen Teilnehmern.
Morgen fr√ľh laufen wir Richtung D√§nemark aus und das Wetter scheint auf unserer Seite zu sein!

20.08.19 Wir stechen in See

Ahoi!
Heute (20.08.) starte ich in Kiel zum 11-tägigen Multiplikator*innen-Segeltörn im Rahmen des Bildungsprojektes KlimaSail des Jugendpfarramtes der Nordkirche. Gesegelt wird mit dem 35 m langen Zweimastschoner AMAZONE. Die Crew setzt sich zusammen aus Studierenden der Umwelt- und Nachhaltigkeitswissenschaften und aus Berufstätigen im Feld der Umweltpädagogik/-beauftragungen, zu denen ich gehöre.

An Bord wird ein kollegialer Austausch der eigenen Konzepte aus der Bildung f√ľr Nachhaltige Entwicklung organisiert und alle 23 Teilnehmenden stellen ein Projekt aus der eigenen Arbeit oder ein aktuelles Thema aus dem Studium vor, was spannende Diskussionen √ľber die Zusammenh√§nge zwischen Lebensstil und Auswirkungen des Klimawandels anregen und Handlungsm√∂glichkeiten f√ľr jeden Einzelnen aufzeigen wird.

Gem√§√ü des Titels des T√∂rns m√∂chte ich die Erkenntnisse mit meiner Heimatgemeinde Kettwig teilen und gebe hiermit einen Ausblick auf spannende Einblicke in die Ergebnisse dieses Konzepts. √úber diese werde ich auch im Gemeindeblatt berichten, um Empfehlungen f√ľr eine praktische Umsetzung der Aufgabe eines jeden Christen, sich f√ľr die Bewahrung und Erhaltung der Sch√∂pfung einzusetzen, zu geben.

Zur Durchf√ľhrung des Multiplikator*innen-ToŐąrns wirken zusammen:

  • das UmweltbuŐąro der Nordkirche,
  • das Institut fuŐąr Kirche und Gesellschaft der Ev. Kirche von Westfalen,
  • die √Ėkumenische Arbeitsstelle des Evangelischen Regionalzentrums WestkuŐąste,
  • die Leuphana UniversitaŐąt LuŐąneburg
  • und das Jugendpfarramt in der Nordkirche

Ich freue mich auf ereignis- und erkenntnisreiche Tage an Deck der AMAZONE!
Dr. Bastian Bach

Dr. Bastian Bach aus Kettwig

Cradle to Cradle

Siehe Bericht vom 26.08.

Globale Agenda Ziel 14

Siehe Bericht vom 25. August.

Ziel 14:
Opens external link in new windowBundesministerium f√ľr wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung
Alle Ziele auf Englisch:
Opens external link in new windowThe Global Goals

Der Gr√ľne Hahn

Siehe Bericht vom 22. August

ökofaire Gemeinde

Siehe Bericht vom 23. August