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13.12.2018 : 23:04

Was

Werneuchen, wo liegt das denn?

Der Ort Werneuchen

ist eine Kleinstadt östlich von Berlin, in der Nähe von Bernau.
Sie hat einen Bahnanschluss von Berlin-Ahrensfelde und einen Sport-Flughafen (früher Flugplatz der Luftwaffe und später der Sowjetarmee).
Die Stadt hat knapp 8.000 Einwohner (2007) und besteht aus den Ortsteilen Stadt Werneuchen, Tiefensee, Hirschfelde, Seefeld-Löhme, Krummensee, Weesow, Schönfeld und Wilmersdorf.

Die evangelische Kirchengemeinde Werneuchen

Zentrum der Gemeinde ist die Pfarrkirche St. Michael. Diese ist nach der Wende renoviert worden und hat durch die Initiative von Pfarrer Brilla eine neue elektronische Orgel bekommen.
In einem Vorraum zum Kirchenschiff treffen sich die Gemeindegruppen. Oder im Büro des Pfarrhauses. Dort findet auch im Winter der Gottesdienst statt.
Pfarrer Brilla ist gleichzeitig für die Gemeinden Weesow, Seefeld und Löhme zuständig.
Fast jeden Sonntag hat er mindestens zwei Gottesdienste.
Er gibt auch Religionsunterricht in der Grundschule.

Ihm zur Seite steht eine Gemeindehelferin mit halber Stelle.
In der Zeit der DDR hat sich wenig an "Kirchlichkeit" bewahrt, so dass die Gemeindegliederzahlen niedrig sind.

Gemeindepartnerschaft mit Werneuchen

-zur Geschichte der Partnerschaft

Von der Teilung Deutschlands nach dem zweiten Weltkrieg waren auch die Kirchen betroffen. Das Land Preußen gab es nicht mehr, die evangelische Landeskirche auf dem ehemals preußischem Gebiet wurde neu organisiert.
Es gab östliche und westliche Teilkirchen.
Doch kirchliche Strukturen sind zäher als politische.
Um die gemeinsame Verbindung nicht abreißen zu lassen, wurden partnerschaftliche Verbindungen organisiert.
Jeder Kirchenkreis im Westen hatte einen Partnerkirchenkreis im Osten.
Innerhalb der Kirchenkreise hatte jede Gemeinde eine Partnergemeinde.
Der Kirchenkreis an der Ruhr (zu dem auch die Ev. Kirchengemeinde Kettwig gehört) war verbunden mit den beiden Kirchenkreisen Belzig und Bernau und die Kirchengemeinde Kettwig mit der Kirchengemeinde Werneuchen.
In einer Zeit, in der alle Verbindungen nach Osten entweder zerrissen oder politisch verdächtig waren, hat die evangelische Kirche das Band der Einheit, so gut es ging, auch im "Kalten Krieg" bewahrt.
Auf Grund der Reisebeschränkungen waren persönliche Kontakte kaum möglich.

Aber in Kettwig gab es eine Gruppe von Frauen um Frau Michaelis, die regelmäßig "Päckchen nach drüben" schickte, in die "Patengemeinde", wie man damals sagte.

Der damalige Pfarrer Riedt und seine Gemeinde in Werneuchen waren dankbar dafür.

Als 1980 Pfarrer Geert Dobbermann die Pfarrstelle in Werneuchen übernahm, nahm er sofort Kontakt nach Kettwig auf und schrieb und stellte sich und seine Familie vor.

Jedoch kam es erst nach den Einreiseerleichterungen für Westdeutsche nach 1986 zu den ersten offiziellen persönlichen Kontakten.
Der damalige Gemeindeamtsleiter der Gemeinde Kettwig, Hans-Georg Eger und die Presbyterin Dr. Hanne Mostert-Schnicks folgten einer Einladung zum "Schmid-Jubiäum" im April 1988. Pfarrer Geert Dobbermann feierte mit der Gemeinde den 150. Geburtstag des Dichterpfarrers Schmidt von Werneuchen.
Die Presbyterin Arnhild Wilms, die mit dem Lehrer im Ruhestand Heinz Hartung noch vor der Wende in Diakonischen Einrichtungen auf dem Gebiet der DDR das "Heitere Gedächtnistraining" einführte, fand immer wieder Zeit für einen Abstecher nach Werneuchen.
Im Herbst 1988 besuchten vier Ehepaare aus Kettwig die Gemeinde in Brandenburg.
Mit von der Partie war Helma Bork, die den Werneuchen-Ausschuss der Gemeinde Kettwig leitete, und Heiner Bredehöft, seit 1987 Pfarrer in Kettwig, als Pfarrer Mitglied des Ausschusses.
In der "heißen" Zeit 1989, kurz vor der Wende, nahmen die Presbyterin Dr. Hanne Mostert-Schnicks und Pfarrer Heiner Bredehöft an einer Rüstzeit der Gemeinde Werneuchen in Wittenberg teil.
Es gab nach der Wende eine Jugendbegegnung hüben und drüben.
Auch Pfarrer Dobbermann hatte noch vor der Wende einmal Gelegenheit, auf einer Reise zu West-Verwandten im Rheinland, Kettwig zu besuchen.
Mit zunehmenden Kontakten wurde aus der "Patengemeinde" eine "Partnergemeinde".
Zur Zeit wird der Partnerschaftausschuss von Wolfgang Dehler geleitet.
Frau Jobst, Mitglied des Gemeindekirchenrates in Werneuchen, ist dort Ansprechpartnerin. Sie wird unterstützt von dem neuen (seit 2004) Pfarrer Thomas Brilla, der dankenswerterweise die Partnerschaft auch zu einem seiner Anliegen gemacht hat.

Obwohl sich die Grenzen zwischen Ost und West nach der Wiedervereinigung verwischen, besteht die Partnerschaft der beiden Kirchengemeinden fort.
Jedes Jahr am Himmelfahrtswochenende treffen sich bis zu 20 Gemeindeglieder abwechselnd in Werneuchen oder Kettwig.
Auch wenn sich aus der Partnerschaft viele Freundschaften ergeben haben, kommen auch immer mal wieder neue Interessierte hinzu.