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├╝ber den Tellerrand

Gemeindepartnerschaft mit Bwagura in Tansania

Bwagura und Bukoba in der Region Kagera am Viktoriasee

Bwagura liegt im Nordwesten Tansanias in der N├Ąhe von Bukoba am Viktoriasee. Die Gemeinde geh├Ârt zur evangelisch-lutherischen Kirche in Tansania und hat ca. 1700 Mitglieder. Bwagura kann in der Suahelisprache sowohl mit "r" Bwagura als auch mit "l" Bwagula geschrieben werden.
Hauptstadt der Region Kagera ist Bukoba (rund 129. Einwohner - Zensus von 2012). Bukoba ist die gr├Â├čte Stadt und der Verwaltungssitz des Regional Commissioners der Region Kagera. Zudem ist die Stadt dreifacher Bischofssitz

  • des r├Âmisch-katholischen Bistums Bukoba,
  • der Nordwest-Di├Âzese der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Tansania und
  • der orthodoxen Di├Âzese von Bukoba.

Bwagura im Kartenausschnitt


Original aus Google-Maps, bearbeitet von LJB

Unsere Gemeindepartnerschaft mit Bwagura in Tansania

So begann die Partnerschaft mit Bwagura:

Im April 1984 besuchte Herr Blasio Mulyowa -Leiter der Musikschule in Ruhija (Tansania) in der Nachbarschaft von Bwagura und Lehrer f├╝r afrikanische Kulturgeschichte- auf private Einladung das Ehepaar Gottschling (Mitglieder unserer Gemeinde), das er durch deren T├Ątigkeit in der Vereinigten Evangelischen Mission (VEM) kannte, in Kettwig.
Dies war nat├╝rlich Anlass f├╝r unseren ├ľkumenischen Arbeitskreis f├╝r Entwicklungshilfe und der Aktionsgruppe (damals noch: 3. Weltladen), den Gast aus Afrika zu einem Diskussionsabend ins Gemeindezentrum Auf der H├Âhe und zur Besichtigung unseres "3. Weltladens" einzuladen und---

---auf die vielen Fragen nach Unterst├╝tzungs- und Hilfsm├Âglichkeiten, sagte
Blasio Mulyowa damals:

"Kommt und lernt uns kennen!"

Symbole der Partnerschaft

In der Sakristei von Bwagura

 

Das Holzschnitzwerk
in der Mitte oben ist
ein Gastgeschenk
aus den Anf├â┬Ąngen der
Partnerschaft. Es bezieht
sich auf das Evangelium
des Johannes, Kapitel 15,
Vers 1 bis 8.

An der Marktkirche in Kettwig

Die Inschrift -ZAENI MATUNDA MEMA-
in Suahelisprache, kann sinngem├Ą├č
nach Johannes 15: 1-8 frei ├╝bersetzt werden in
-m├Âge die Partnerschaft gute Fr├╝chte tragen-.

"Kommt und lernt uns kennen!"


Dieser Einladung von Blasio Mulyowa folgten seit 1987 sechs Kettwiger Delegationen und es gab bisher 4 Besuche aus Bwagura.
Die nicht unerheblichen Reisekosten wurden zu einem gro├čen Teil von den jeweiligen Delegationsmitgliedern selbst getragen.
Die Besuche, die regelm├Ą├čigen Briefwechsel und die Entscheidungen unseres Presbyteriums sowie der Gemeinde in Bwagura f├╝hrten bisher zu folgenden Aktivit├Ąten:

  • Regelm├Ą├čige Informationen im Gottesdienst, im Presbyterium und im Gemeindebrief durch den zust├Ąndigen ├ľkumeneausschuss
  • Parnerschaftsgottesdienste mit Predigtaustausch
  • Gegenseitige F├╝rbitten in den Gottesdiensten
  • Gr├╝ndung eines Mini-Chores in Kettwig vor der Br├╝cke, der auch Kirchenlieder in Suaheli singt
  • Beginn des Aufbaus eines Ausbildungszentrums f├╝r Maurer, Schreiner und Schneiderinnen, 1991.
    Eine Jugendgruppe aus Kettwig unter Leitung von Werner Thiel (Jugendleiter unserer Gemeinde) und Renate Luckhaus (Mitglied unseres Presbyteriums) helfen bei der Grundsteinlegung mit.
Steine schleppen
Steine schleppen
Steine schleppen
Steine vermauern

Neuer Besuch im Jahr 2014 : Najema safari! Gute Reise!

Vom 29.06. bis 13.07. besuchte eine kleine Delegation unserer Gemeinde unsere Partnergemeinde in Bwagura/Tansania.
Siehe auch Gemeindebrief Juni-Juli- August Seite 15 im Archiv.

Im Gottesdienst am 29.06. um 10.30 Uhr in der Kirche am Markt wurde die Reisegruppe verabschiedet.
2 Reisetage brauchte es, um in den kleinen Ort im Norden Tansanias am Viktoriasee zu gelangen.
Die schulische Situation von Kindern, aber auch Fragen der medizinischen Versorgung und die Situation alter Menschen in der Partnergemeinde sollten Schwerpunktthemen dieses Besuches sein.
Die Partnerschaft besteht seit ├╝ber 30 Jahren.

Am 31.08. hat die Reisegruppe, im Anschlu├č an den Gottesdienst in der Kirche am Markt, mit Bildern ├╝ber den Besuch bei unserer Partnergemeinde berichtet.

Weitere Themenabende sollen folgen!

Die Reisegruppe:
v. l. Jessica P├Âtter, Harald Sukau, Pfarrerin Sike Althaus, Birgit Kleekamp

Irango church

Der Kirchenraum, den die Gemeindemitglieder mit bescheidensten eigenen Mitteln ├╝ber Jahre hinweg nach und nach aufbauen und davon schon gutes St├╝ck geschafft haben.

Secondary School

"Tunamkumbuka" Die weiterf├╝hrende Schule in Bwagura.
Die Jugendlichen wissen, dass Bildung ihr Weg aus der Armut ist.

Allgemeine Gemeindediakonie

Die Gemeinde in Bwagura unterst├╝tzt Kranke und Alte in Notsituationen, aber auch Familien mit Schulgeld f├╝r ihre Kinder bzw. Waisen.

Dispensary

Die ortsnahe gelegene "Apotheke" und kleine "Landarzt-Praxis", in der mit einfachsten Mitteln unendlich viel geleistet wird.

Behandlungen von Malaria- TBC- und Aidserkrankten; aber auch Familienplanung und Geburtshilfe.

Partnerschaft Bwagura - Kettwig

Partnerschaft hei├čt auch sich gegenseitig Hilfe zu leisten! Wer hier Hilfe braucht ist eindeutig. Zweimal im Jahr unterst├╝tzen wir unsere Partnergemeinde in Bwagura f├╝r ihre diakonische Arbeit mit je 500,00 ÔéČ.

Aber als Gemeinde sind wir auch knapp bei Kasse wie Sie ja sicherlich wissen. Immer weniger Menschen zahlen Kirchsteuer und untergraben damit auch das Solidarit├Ątsysthem unserer demokratischen Gesellchaft. Nicht nur national, auch global.
Zitat: "Das Christentum ist eine globalisierte Bewegung. Wir sehen uns als Volk aus allen V├Âlkern, nicht nur als eines von Glaubensgeschwistern, Fremdlinge zu sch├╝tzen ist biblisches Gebot."

                                      Margot K├Ą├čmann, evangelische Theologin und Botschafterin f├╝r das Reformationsjahr 2017

Noch besser ist es Fl├╝chlingsschicksale und Entwurzelungen von Menschen aus ihrem Kulturkreis zu vermeiden, indem wir an der Entstehung der Ursachen ansetzen und spenden/teilen, um Not und Elend wenigstens verringern zu helfen!

Wenn Sie also spenden/teilen wollen, -ggf. neben oder auch statt Kirchensteuer-
Hier die einzelnen Projekte:

Irango church

Der Kirchenraum des "Nachtbarbezirkes", den die Gemeindeglieder mit bescheidenen, eigenen Mitteln ├╝ber Jahre hinweg nach und nach aufbauen - und schon ein gutes St├╝ck geschafft haben.
Spendenstichwort: Bwagura/Irango

Secondary School

"Tunamkumbuka" Patenschule unserer Realschule
Die weiterf├╝hrende Schule in Bwagura - die Jugendlichen wissen, dass Bildung ein Weg aus der Armut ist.
Spendenstichwort: Bewagura/Tunamkumbuka

Grundschulen in Bwagura und Bwayenza

F├╝r die beiden Grundschulen hat unsere Schule an der Ruhr eine Patenschaft ├╝bernommen.
Spendenstichwort: Bwagura/Grundschulen

Dispensary

Die ortsnahe gelegene "Apotheke" und kleine "Landarzt Praxis", in der mit einfachsten Mitteln unendlich viel geleistet wird: Die Behandlung von Malaria, TBC und Aids-Erkrankten, aber auch Familienplanung und Geburtshilfe.
Spendenstichwort: Bwagura/Apotheke

Allgemeinde Gemeindediakonie

Mit Geld unterst├╝tz die Gemeinde in Bwagura Kranke und alte in Notsituationen, aber auch Familien mit Schulgeld f├╝r ihre Kinder bzw. Waisen.
Spendenstichwort: Bwagura/Diakonie

Kindergarten

"Uwakiki"
Ein Kindergarten f├╝r Aidswaisen-Kinder
Spendenstichwort: Bwagura/Uwakiki

Spendenkonto

Commerzbank Essen

IBAN: DE53 3604 0039 0420 317000
BIC:   COBADEFFXXX

F├╝r Spendenbescheinigungen geben Sie bitte Ihren vollst├Ąndigen Namen und Ihre Adresse an. Danke.

Bwagura Sonntag am 31.01.2016

Weite wirkt

-Ein Bericht von Heiner Bredeh├Âft ├╝ber den Partnerschaftsgottesdienst am 31.01.2016-

Seit ├╝ber 25 Jahren gibt es die Partnerschaft der ev. Kirchengemeinde Kettwig mit dem Gemeindebezirk Bwagura in Tansania. Nat├╝rlich k├Ânnen nur alle paar Jahre Besuche ausgetauscht werden. Aber auch zwischendurch wird die Verbindung lebendig gehalten.

Einmal im Jahr feiern die Glaubensgeschwister jeweils in ihren Gemeinden einen Partnerschaftsgottesdienst.

In Kettwig war es am 31. Januar mal wieder so weit. Nachdem der Minichor den Gottesdienst mit einem fr├Âhlichen Tunaimba (ÔÇ×wir singenÔÇť) eingeleitet hatte, begr├╝├čte PfrÔÇÖin Silke Althaus die Gemeinde.

ÔÇ×Wir Menschen sind die Ebenbilder Gottes ÔÇô jeder von unsÔÇť, war das Leitmotiv der Predigt ÔÇô und dazu wurden eindrucksvolle Portraitaufnahmen von Menschen aus Bwagura und Kettwig gezeigt. s.o.!

Jessica P├Âtter und Harald Suckau, die zuletzt 2014 als Kettwiger in Bwagura waren, berichteten kurz ├╝ber die eindrucksvolle Gastfreundschaft, mit der sie in Bwagura empfangen wurden.

Nach dem Gottesdienst traf sich noch eine gro├če Zahl interessierter Gemeindeglieder im Gemeindezentrum, um den Vortrag von Amos Kameli, Jurist aus Bukoba, Tansania, aus unmittelbarer Nachbarschaft zu Bwagura, zu h├Âren. Er arbeitet in der Menschenrechtsabteilung der Nord-West Di├Âzese der Luth. Kirche Tansania und z.Zt. im Haus Nordhelle der EKIR /Meinerzhagen.
Hier sein Gastvortrag:
  Initiates file downloadAmos Kameli, ein junger Jurist aus der Gegend unserer Partnergemeinde, engagiert in der dortigen Menschenrechtsarbeit, berichtete ├╝ber das Verh├Ąltnis von Christen und Muslimen.
Auf den vielen Delegationsreisen haben die Kettwiger selber erlebt, dass im Bereich des allt├Ąglichen Zusammenlebens ein freundliches Miteinander vorherrschend ist. Allerdings ÔÇô so berichtete Kameli ÔÇô ist das auf politischer Ebene nicht ganz so einfach. Der Staat geht davon aus, dass beide Religionsgruppen zahlenm├Ą├čig gleich stark sind, h├╝tet sich aber, genau zu z├Ąhlen. Die Frage nach der Religionszugeh├Ârigkeit ist bei den offiziellen Erhebungen untersagt. Man f├╝rchtet ÔÇô wohl zur Recht ÔÇô dass die Bekanntgabe der zahlenm├Ą├čigen ├ťberlegenheit einer der Religionsgruppe zu ├ängsten und Unruhen bei der jeweils anderen f├╝hren w├╝rde. Er berichtete auch, dass in letzter Zeit in der Gegend unsrer Partnergemeinde einige Kirchen angez├╝ndet worden sind. Die staatlichen Organe w├╝rden m├Âglicherweise die Brandstifter kennen, h├╝teten sich aber, diese bekannt zu geben. Anstatt dass nun die Christen ihrerseits angefangen haben, Moscheen in Brand zu setzen, wurden die betreffend Kirche wiederhergestellt. Zum Teil sehen sie jetzt besser aus als vorher - und es ist noch nicht zu neuen ├ťbergriffen gekommen.

Aus anderen Erfahrungen wei├č ich, dass dies dort die Mentalit├Ąt ist: die Wiederherstellung des sozialen Friedens ist wichtiger als die Wahrheit ans Licht zu bringen und die ├ťbelt├Ąter abzustrafen.

Ob man hier was daraus lernen k├Ânnte?

Nur alle paar Jahre mal ein Besuch?

Die Zeit ist wieder reif:

├ťber Pfingsten erwartet die Gemeinde Kettwig vier Gemeindechristen aus Bwagura.

Sie werden sich knapp 14 Tage in Kettwig aufhalten und vor allem am Pfingstsonntag am gro├čen zentralen Gottesdienst unserer Landeskirche im M├╝lheimer Stadthallengarten teilnehmen.

Dort treffen sich zahlreiche Partnerschaftsgruppen aus dem ganzen Rheinland unter dem Motto: ÔÇ×beGeistert 2016 ÔÇô Weite wirktÔÇť. Auch Bwagura und Kettwig werden sich begeistern lassen.

Heiner Bredeh├Âft