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"Tellerrand"

Gemeindepartnerschaft mit Bwagura in Tansania

Bwagura und Bukoba in der Region Kagera am Viktoriasee

Bwagura liegt im Nordwesten Tansanias in der NÀhe von Bukoba am Viktoriasee. Die Gemeinde gehört zur evangelisch-lutherischen Kirche in Tansania und hat ca. 1700 Mitglieder. Bwagura kann in der Suahelisprache sowohl mit "r" Bwagura als auch mit "l" Bwagula geschrieben werden.
Hauptstadt der Region Kagera ist Bukoba (rund 129. Einwohner - Zensus von 2012). Bukoba ist die grĂ¶ĂŸte Stadt und der Verwaltungssitz des Regional Commissioners der Region Kagera. Zudem ist die Stadt dreifacher Bischofssitz

  • des römisch-katholischen Bistums Bukoba,
  • der Nordwest-Diözese der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Tansania und
  • der orthodoxen Diözese von Bukoba.

Bwagura im Kartenausschnitt


Original aus Google-Maps, bearbeitet von LJB

Tanzania

Google-Maps Karte 2019, bearbeitet von LJB

Tanzania

Tansania, amtlich "Vereinigte Republik Tansania", ist ein Staat in Ostafrika. Es liegt am Indischen Ozean und grenzt an Kenia und Uganda im Norden, Ruanda, Burundi und die DR Kongo im Westen und Sambia, Malawi und Mosambik im SĂŒden. Es ist seit der UnabhĂ€ngigkeit vom Vereinigten Königreich am 9. Dezember 1961 Mitgliedstaat des Commonwealth of Nations.

Das Land ist mit 57,3 Millionen Einwohnern (2017) das nach Bevölkerung fĂŒnftgrĂ¶ĂŸte Land Afrikas. Hauptstadt des Staates ist Dodoma, Regierungssitz und grĂ¶ĂŸte Stadt ist jedoch die KĂŒstenstadt Daressalam; weitere große StĂ€dte sind Mwanza, Arusha, Mbeya, Morogoro und Tanga.

Tanganjika (das Festlandgebiet mit der Insel Mafia umfassend) wurde 1961 von der Mandatsmacht Großbritannien unabhĂ€ngig und verband sich 1964 mit Sansibar (Inseln Pemba und Unguja) zu Tansania, dessen Landesname aus Tanganjika, Sansibar sowie der Bezeichnung Azania zusammengesetzt ist. In Tansania werden etwa 125 Sprachen gesprochen, grĂ¶ĂŸtenteils Bantusprachen, aber auch nilotische und kuschitische Sprachen, Arabisch sowie indische Sprachen; Verkehrssprachen sind hingegen Swahili (Suaheli) und Englisch.

Unsere Gemeindepartnerschaft mit Bwagura in Tansania

So begann die Partnerschaft mit Bwagura:

Im April 1984 besuchte Herr Blasio Mulyowa -Leiter der Musikschule in Ruhija (Tansania) in der Nachbarschaft von Bwagura und Lehrer fĂŒr afrikanische Kulturgeschichte- auf private Einladung das Ehepaar Gottschling (Mitglieder unserer Gemeinde), das er durch deren TĂ€tigkeit in der Vereinigten Evangelischen Mission (VEM) kannte, in Kettwig.
Dies war natĂŒrlich Anlass fĂŒr unseren Ökumenischen Arbeitskreis fĂŒr Entwicklungshilfe und der Aktionsgruppe (damals noch: 3. Weltladen), den Gast aus Afrika zu einem Diskussionsabend ins Gemeindezentrum Auf der Höhe und zur Besichtigung unseres "3. Weltladens" einzuladen und---

---auf die vielen Fragen nach UnterstĂŒtzungs- und Hilfsmöglichkeiten, sagte
Blasio Mulyowa damals:

"Kommt und lernt uns kennen!"

Symbole der Partnerschaft

In der Sakristei von Bwagura

 

Das Holzschnitzwerk
in der Mitte oben ist
ein Gastgeschenk
aus den AnfÀngen der
Partnerschaft. Es bezieht
sich auf das Evangelium
des Johannes, Kapitel 15,
Vers 1 bis 8.

An der Marktkirche in Kettwig

Die Inschrift -ZAENI MATUNDA MEMA-
in Suahelisprache, kann sinngemĂ€ĂŸ
nach Johannes 15: 1-8 frei ĂŒbersetzt werden in
-möge die Partnerschaft gute FrĂŒchte tragen-.

"Kommt und lernt uns kennen!"


Dieser Einladung von Blasio Mulyowa folgten seit 1987 sechs Kettwiger Delegationen und es gab bisher 4 Besuche aus Bwagura.
Die nicht unerheblichen Reisekosten wurden zu einem großen Teil von den jeweiligen Delegationsmitgliedern selbst getragen.
Die Besuche, die regelmĂ€ĂŸigen Briefwechsel und die Entscheidungen unseres Presbyteriums sowie der Gemeinde in Bwagura fĂŒhrten bisher zu folgenden AktivitĂ€ten:

  • RegelmĂ€ĂŸige Informationen im Gottesdienst, im Presbyterium und im Gemeindebrief durch den zustĂ€ndigen Ökumeneausschuss
  • Parnerschaftsgottesdienste mit Predigtaustausch
  • Gegenseitige FĂŒrbitten in den Gottesdiensten
  • GrĂŒndung eines Mini-Chores in Kettwig vor der BrĂŒcke, der auch Kirchenlieder in Suaheli singt
  • Beginn des Aufbaus eines Ausbildungszentrums fĂŒr Maurer, Schreiner und Schneiderinnen, 1991.
    Eine Jugendgruppe aus Kettwig unter Leitung von Werner Thiel (Jugendleiter unserer Gemeinde) und Renate Luckhaus (Mitglied unseres Presbyteriums) helfen bei der Grundsteinlegung mit.
Steine schleppen
Steine schleppen
Steine schleppen
Steine vermauern

Neuer Besuch im Jahr 2014 : Najema safari! Gute Reise!

Vom 29.06. bis 13.07. besuchte eine kleine Delegation unserer Gemeinde unsere Partnergemeinde in Bwagura/Tansania.
Siehe auch Gemeindebrief Juni-Juli- August Seite 15 im Archiv.

Im Gottesdienst am 29.06. um 10.30 Uhr in der Kirche am Markt wurde die Reisegruppe verabschiedet.
2 Reisetage brauchte es, um in den kleinen Ort im Norden Tansanias am Viktoriasee zu gelangen.
Die schulische Situation von Kindern, aber auch Fragen der medizinischen Versorgung und die Situation alter Menschen in der Partnergemeinde sollten Schwerpunktthemen dieses Besuches sein.
Die Partnerschaft besteht seit ĂŒber 30 Jahren.

Am 31.08. hat die Reisegruppe, im Anschluß an den Gottesdienst in der Kirche am Markt, mit Bildern ĂŒber den Besuch bei unserer Partnergemeinde berichtet.

Weitere Themenabende sollen folgen!

Die Reisegruppe:
v. l. Jessica Pötter, Harald Sukau, Pfarrerin Sike Althaus, Birgit Kleekamp

Irango church

Der Kirchenraum, den die Gemeindemitglieder mit bescheidensten eigenen Mitteln ĂŒber Jahre hinweg nach und nach aufbauen und davon schon gutes StĂŒck geschafft haben.

Secondary School

"Tunamkumbuka" Die weiterfĂŒhrende Schule in Bwagura.
Die Jugendlichen wissen, dass Bildung ihr Weg aus der Armut ist.

Allgemeine Gemeindediakonie

Die Gemeinde in Bwagura unterstĂŒtzt Kranke und Alte in Notsituationen, aber auch Familien mit Schulgeld fĂŒr ihre Kinder bzw. Waisen.

Dispensary

Die ortsnahe gelegene "Apotheke" und kleine "Landarzt-Praxis", in der mit einfachsten Mitteln unendlich viel geleistet wird.

Behandlungen von Malaria- TBC- und Aidserkrankten; aber auch Familienplanung und Geburtshilfe.

Partnerschaft Bwagura - Kettwig

Partnerschaft heißt auch sich gegenseitig Hilfe zu leisten! Wer hier Hilfe braucht ist eindeutig. Zweimal im Jahr unterstĂŒtzen wir unsere Partnergemeinde in Bwagura fĂŒr ihre diakonische Arbeit mit je 500,00 €.

Aber als Gemeinde sind wir auch knapp bei Kasse wie Sie ja sicherlich wissen. Immer weniger Menschen zahlen Kirchsteuer und untergraben damit auch das SolidaritÀtsysthem unserer demokratischen Gesellchaft. Nicht nur national, auch global.
Zitat: "Das Christentum ist eine globalisierte Bewegung. Wir sehen uns als Volk aus allen Völkern, nicht nur als eines von Glaubensgeschwistern, Fremdlinge zu schĂŒtzen ist biblisches Gebot."

                                      Margot KĂ€ĂŸmann, evangelische Theologin und Botschafterin fĂŒr das Reformationsjahr 2017

Noch besser ist es FlĂŒchlingsschicksale und Entwurzelungen von Menschen aus ihrem Kulturkreis zu vermeiden, indem wir an der Entstehung der Ursachen ansetzen und spenden/teilen, um Not und Elend wenigstens verringern zu helfen!

Wenn Sie also spenden/teilen wollen, -ggf. neben oder auch statt Kirchensteuer-
Hier die einzelnen Projekte:

Irango church

Der Kirchenraum des "Nachtbarbezirkes", den die Gemeindeglieder mit bescheidenen, eigenen Mitteln ĂŒber Jahre hinweg nach und nach aufbauen - und schon ein gutes StĂŒck geschafft haben.
Spendenstichwort: Bwagura/Irango

Secondary School

"Tunamkumbuka" Patenschule unserer Realschule
Die weiterfĂŒhrende Schule in Bwagura - die Jugendlichen wissen, dass Bildung ein Weg aus der Armut ist.
Spendenstichwort: Bewagura/Tunamkumbuka

Grundschulen in Bwagura und Bwayenza

FĂŒr die beiden Grundschulen hat unsere Schule an der Ruhr eine Patenschaft ĂŒbernommen.
Spendenstichwort: Bwagura/Grundschulen

Dispensary

Die ortsnahe gelegene "Apotheke" und kleine "Landarzt Praxis", in der mit einfachsten Mitteln unendlich viel geleistet wird: Die Behandlung von Malaria, TBC und Aids-Erkrankten, aber auch Familienplanung und Geburtshilfe.
Spendenstichwort: Bwagura/Apotheke

Allgemeinde Gemeindediakonie

Mit Geld unterstĂŒtz die Gemeinde in Bwagura Kranke und alte in Notsituationen, aber auch Familien mit Schulgeld fĂŒr ihre Kinder bzw. Waisen.
Spendenstichwort: Bwagura/Diakonie

Kindergarten

"Uwakiki"
Ein Kindergarten fĂŒr Aidswaisen-Kinder
Spendenstichwort: Bwagura/Uwakiki

Spendenkonto

Commerzbank Essen

IBAN: DE53 3604 0039 0420 317000
BIC:   COBADEFFXXX

FĂŒr Spendenbescheinigungen geben Sie bitte Ihren vollstĂ€ndigen Namen und Ihre Adresse an. Danke.

Bwagura Sonntag am 31.01.2016

Weite wirkt

-Ein Bericht von Heiner Bredehöft ĂŒber den Partnerschaftsgottesdienst am 31.01.2016-

Seit ĂŒber 25 Jahren gibt es die Partnerschaft der ev. Kirchengemeinde Kettwig mit dem Gemeindebezirk Bwagura in Tansania. NatĂŒrlich können nur alle paar Jahre Besuche ausgetauscht werden. Aber auch zwischendurch wird die Verbindung lebendig gehalten.

Einmal im Jahr feiern die Glaubensgeschwister jeweils in ihren Gemeinden einen Partnerschaftsgottesdienst.

In Kettwig war es am 31. Januar mal wieder so weit. Nachdem der Minichor den Gottesdienst mit einem fröhlichen Tunaimba („wir singen“) eingeleitet hatte, begrĂŒĂŸte Pfr’in Silke Althaus die Gemeinde.

„Wir Menschen sind die Ebenbilder Gottes – jeder von uns“, war das Leitmotiv der Predigt – und dazu wurden eindrucksvolle Portraitaufnahmen von Menschen aus Bwagura und Kettwig gezeigt. s.o.!

Jessica Pötter und Harald Suckau, die zuletzt 2014 als Kettwiger in Bwagura waren, berichteten kurz ĂŒber die eindrucksvolle Gastfreundschaft, mit der sie in Bwagura empfangen wurden.

Nach dem Gottesdienst traf sich noch eine große Zahl interessierter Gemeindeglieder im Gemeindezentrum, um den Vortrag von Amos Kameli, Jurist aus Bukoba, Tansania, aus unmittelbarer Nachbarschaft zu Bwagura, zu hören. Er arbeitet in der Menschenrechtsabteilung der Nord-West Diözese der Luth. Kirche Tansania und z.Zt. im Haus Nordhelle der EKIR /Meinerzhagen.
Hier sein Gastvortrag:
  Initiates file downloadAmos Kameli, ein junger Jurist aus der Gegend unserer Partnergemeinde, engagiert in der dortigen Menschenrechtsarbeit, berichtete ĂŒber das VerhĂ€ltnis von Christen und Muslimen.
Auf den vielen Delegationsreisen haben die Kettwiger selber erlebt, dass im Bereich des alltĂ€glichen Zusammenlebens ein freundliches Miteinander vorherrschend ist. Allerdings – so berichtete Kameli – ist das auf politischer Ebene nicht ganz so einfach. Der Staat geht davon aus, dass beide Religionsgruppen zahlenmĂ€ĂŸig gleich stark sind, hĂŒtet sich aber, genau zu zĂ€hlen. Die Frage nach der Religionszugehörigkeit ist bei den offiziellen Erhebungen untersagt. Man fĂŒrchtet – wohl zur Recht – dass die Bekanntgabe der zahlenmĂ€ĂŸigen Überlegenheit einer der Religionsgruppe zu Ängsten und Unruhen bei der jeweils anderen fĂŒhren wĂŒrde. Er berichtete auch, dass in letzter Zeit in der Gegend unsrer Partnergemeinde einige Kirchen angezĂŒndet worden sind. Die staatlichen Organe wĂŒrden möglicherweise die Brandstifter kennen, hĂŒteten sich aber, diese bekannt zu geben. Anstatt dass nun die Christen ihrerseits angefangen haben, Moscheen in Brand zu setzen, wurden die betreffend Kirche wiederhergestellt. Zum Teil sehen sie jetzt besser aus als vorher - und es ist noch nicht zu neuen Übergriffen gekommen.

Aus anderen Erfahrungen weiß ich, dass dies dort die MentalitĂ€t ist: die Wiederherstellung des sozialen Friedens ist wichtiger als die Wahrheit ans Licht zu bringen und die ÜbeltĂ€ter abzustrafen.

Ob man hier was daraus lernen könnte?

Nur alle paar Jahre mal ein Besuch?

Die Zeit ist wieder reif:

Über Pfingsten erwartet die Gemeinde Kettwig vier Gemeindechristen aus Bwagura.

Sie werden sich knapp 14 Tage in Kettwig aufhalten und vor allem am Pfingstsonntag am großen zentralen Gottesdienst unserer Landeskirche im MĂŒlheimer Stadthallengarten teilnehmen.

Dort treffen sich zahlreiche Partnerschaftsgruppen aus dem ganzen Rheinland unter dem Motto: „beGeistert 2016 – Weite wirkt“. Auch Bwagura und Kettwig werden sich begeistern lassen.

Heiner Bredehöft