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13.12.2018 : 23:14

Was

Unsere Gemeindepartnerschaft mit Bwagura in Tansania

So begann die Partnerschaft mit Bwagura:

Im April 1984 besuchte Herr Blasio Mulyowa -Leiter der Musikschule in Ruhija (Tansania) in der Nachbarschaft von Bwagura und Lehrer für afrikanische Kulturgeschichte- auf private Einladung das Ehepaar Gottschling (Mitglieder unserer Gemeinde), das er durch deren Tätigkeit in der Vereinigten Evangelischen Mission (VEM) kannte, in Kettwig.
Dies war natürlich Anlass für unseren Ökumenischen Arbeitskreis für Entwicklungshilfe und der Aktionsgruppe (damals noch: 3. Weltladen), den Gast aus Afrika zu einem Diskussionsabend ins Gemeindezentrum Auf der Höhe und zur Besichtigung unseres "3. Weltladens" einzuladen und---

---auf die vielen Fragen nach Unterstützungs- und Hilfsmöglichkeiten, sagte
Blasio Mulyowa damals:

"Kommt und lernt uns kennen!"

Blasio Mulyowa in der Bildmitte


Bwagura
liegt im Nordwesten Tansanias in der Nähe von Bukoba am Viktoriasee. Die Gemeinde gehört zur evangelisch-lutherischen Kirche in Tansania und hat ca. 1700 Mitglieder.
Bwagura kann in der Suahelisprache sowohl mit "r" Bwagura als auch mit "l" Bwagula geschrieben werden. In Kettwig haben wir uns für Bwagura entschieden.
Seit 1987 folgten 6 Kettwiger Delegationen der Einladung von Blasio Mulyowa und es gab 4 Gegenbesuche aus Bwagura.

Symbole der Partnerschaft

In der Sakristei von Bwagura

 

Das Holzschnitzwerk
in der Mitte oben ist
ein Gastgeschenk
aus den Anfängen der
Partnerschaft. Es bezieht
sich auf das Evangelium
des Johannes, Kapitel 15,
Vers 1 bis 8.

An der Marktkirche in Kettwig

Die Inschrift -ZAENI MATUNDA MEMA-
in Suahelisprache, kann sinngemäß
nach Johannes 15: 1-8 frei übersetzt werden in
-möge die Partnerschaft gute Früchte tragen-.

"Kommt und lernt uns kennen!"


Dieser Einladung von Blasio Mulyowa folgten seit 1987 sechs Kettwiger Delegationen und es gab bisher 4 Besuche aus Bwagura.
Die nicht unerheblichen Reisekosten wurden zu einem großen Teil von den jeweiligen Delegationsmitgliedern selbst getragen.
Die Besuche, die regelmäßigen Briefwechsel und die Entscheidungen unseres Presbyteriums sowie der Gemeinde in Bwagura führten bisher zu folgenden Aktivitäten:

  • Regelmäßige Informationen im Gottesdienst, im Presbyterium und im Gemeindebrief durch den zuständigen Ökumeneausschuss
  • Parnerschaftsgottesdienste mit Predigtaustausch
  • Gegenseitige Fürbitten in den Gottesdiensten
  • Gründung eines Mini-Chores in Kettwig vor der Brücke, der auch Kirchenlieder in Suaheli singt
  • Beginn des Aufbaus eines Ausbildungszentrums für Maurer, Schreiner und Schneiderinnen, 1991.
    Eine Jugendgruppe aus Kettwig unter Leitung von Werner Thiel (Jugendleiter unserer Gemeinde) und Renate Luckhaus (Mitglied unseres Presbyteriums) helfen bei der Grundsteinlegung mit.
Steine schleppen
Steine schleppen
Steine schleppen
Steine vermauern

Eröffnet wurde das Ausbildungszentrum 1995 für 20 Auszubildende

Auszubildende in der Schreinerei
  • Große Hilfsaktion nach dem El Nino - Unwetter 1998
  • Gründung eines Unterstützerkreises für die Weiterbildung des Ausbildungsleiters Mujumba (1999 - 2004)
  • Treffen eines Tansania-Freundeskreises bei Pfarrer Bredehöft
  • Delegationsbesuche aus Tansania in der Brücker Grundschule und der Erich-Kästner- Grundschule in Kettwig (heute eine Verbundschule) und gemeinsame Schritte zu Schulpartnerschaften mit zwei Grundschulen in Bwagura.
  • Aktion -Neues Werkzeug- für das Ausbildungszentrum in Bwagura, seit Dezember 2007
Noch ist die Werkzeugkiste nicht voll!

Der vorerst letzte Besuch in Bwagura aus Kettwig im Herbst 2007

Partnerschaftsgottesdienst am 28.05.2008 in Kettwig in der Kirche am Markt

Pfarrer Heiner Bredehöft und Kantorin Christiane Graßt begrüßen die Gottesdienstbesucher mit einem Trommel-Duett, der Mini-Chor singt in Suaheli, Pfarrer Heiner Bredehöft verliest eine Predigt von Pfarrer Mugizi aus Bwagura und zum Abschluss werden -wie in der Partnergemeinde Bwagura üblich- Naturalien als Kollekte versteigert. (leider keine Bilder)

Am gleichen Tag (natürlich zeitversetzt) findet auch in Bwagura ein Partnerschaftsgottesdienst statt.
Vertreter der Nachbargemeinden und der Schulleiter der Grundschule nehmen teil. Kirchenchor und Schülerchor der Sekundarstufe treten auf. Die übermittelte Predigt von Pfarrer Bredehöft wird von Pfarrer Mugizi verlesen.

Pfarrer Mugizi

Im Anschluss an den Gottesdienst werden auch Situationen von den Delegationsbesuchen aus Kettwig nachgespielt.
Hier gibt "Pfarrer Bredehöft aus Kettwig" (Erkennungsmerkmal Kappe! Und auch sonst?!) vor einer Schulklasse Rede und Antwort. Ein Lehrer aus Bwagura übersetzt die Antworten auf Suaheli.

Die Gottesdienstbesucher haben sichtlich ihren Spaß -Freude- und das ist ganz wichtig!
Christentum und Partnerschaften zwischen Christen, wie auch Kontakte zu anderen Religionsgemeinschaften, müssen auch Spaß miteinander machen und Freude miteinander haben. Das erleichtert das gegenseitige Verstehen.

Aber, natürlich gibt es ein Aber!
Keine Partnerschaft kann allein von Spaß und Freude leben. Weder die Kettwiger Kirchengemeinde und schon gar nicht die Gemeinde in Bwagura haben die ausreichenden Finanzmittel, um den gegenseitigen Prozess des Verstehens und der Förderung der Partnerschaft auf Dauer nachhaltig voranzutreiben.

Wir sind deshalb angewiesen -und hoffen- auf Spenden!
Wenn Sie also spenden wollen, hier das Spendenkonto:
Commerzbank Essen
IBAN: DE53 3604 0039 0420 3170 00, BIC: COBADEFFXXX, Stichwort : Bwagura

Neuer Besuch im Jahr 2014 : Najema safari! Gute Reise!

Vom 29.06. bis 13.07. besuchte eine kleine Delegation unserer Gemeinde unsere Partnergemeinde in Bwagura/Tansania.
Siehe auch Gemeindebrief Juni-Juli- August Seite 15 im Archiv.

Im Gottesdienst am 29.06. um 10.30 Uhr in der Kirche am Markt wurde die Reisegruppe verabschiedet.
2 Reisetage brauchte es, um in den kleinen Ort im Norden Tansanias am Viktoriasee zu gelangen.
Die schulische Situation von Kindern, aber auch Fragen der medizinischen Versorgung und die Situation alter Menschen in der Partnergemeinde sollten Schwerpunktthemen dieses Besuches sein.
Die Partnerschaft besteht seit über 30 Jahren.

Am 31.08. hat die Reisegruppe, im Anschluß an den Gottesdienst in der Kirche am Markt, mit Bildern über den Besuch bei unserer Partnergemeinde berichtet.

Weitere Themenabende sollen folgen!

Die Reisegruppe:
v. l. Jessica Pötter, Harald Sukau, Pfarrerin Sike Althaus, Birgit Kleekamp

Zurück von der Reise gibt es viel zu berichten!

Es wird regelmäßige "Bwagura-Abende" geben mit Themen, die über die Reise berichten und neue Informationen zur Partnerschaft liefern, zu denen Sie herzlich eingeladen sind.

 

 

Themenschwerpunkte werden sein

Die unter Aktuelles im Verlauf des Jahres, in der Tageszeitung und im Gemeindebrief angekündigt werden.

Irango church

Der Kirchenraum, den die Gemeindemitglieder mit bescheidensten eigenen Mitteln über Jahre hinweg nach und nach aufbauen und davon schon gutes Stück geschafft haben.

Secondary School

"Tunamkumbuka" Die weiterführende Schule in Bwagura.
Die Jugendlichen wissen, dass Bildung ihr Weg aus der Armut ist.

Allgemeine Gemeindediakonie

Die Gemeinde in Bwagura unterstützt Kranke und Alte in Notsituationen, aber auch Familien mit Schulgeld für ihre Kinder bzw. Waisen.

Dispensary

Die ortsnahe gelegene "Apotheke" und kleine "Landarzt-Praxis", in der mit einfachsten Mitteln unendlich viel geleistet wird.

Behandlungen von Malaria- TBC- und Aidserkrankten; aber auch Familienplanung und Geburtshilfe.

Partnerschaft Bwagura - Kettwig

Partnerschaft heißt auch sich gegenseitig Hilfe zu leisten! Wer hier Hilfe braucht ist eindeutig. Zweimal im Jahr unterstützen wir unsere Partnergemeinde in Bwagura für ihre diakonische Arbeit mit je 500,00 €.

Aber als Gemeinde sind wir auch knapp bei Kasse wie Sie ja sicherlich wissen. Immer weniger Menschen zahlen Kirchsteuer und untergraben damit auch das Solidaritätsysthem unserer demokratischen Gesellchaft. Nicht nur national, auch global.
Zitat: "Das Christentum ist eine globalisierte Bewegung. Wir sehen uns als Volk aus allen Völkern, nicht nur als eines von Glaubensgeschwistern, Fremdlinge zu schützen ist biblisches Gebot."

                                      Margot Käßmann, evangelische Theologin und Botschafterin für das Reformationsjahr 2017

Noch besser ist es Flüchlingsschicksale und Entwurzelungen von Menschen aus ihrem Kulturkreis zu vermeiden, indem wir an der Entstehung der Ursachen ansetzen und spenden/teilen, um Not und Elend wenigstens verringern zu helfen!

Wenn Sie also spenden/teilen wollen, -ggf. neben oder auch statt Kirchensteuer-
Hier die einzelnen Projekte:

Irango church

Der Kirchenraum des "Nachtbarbezirkes", den die Gemeindeglieder mit bescheidenen, eigenen Mitteln über Jahre hinweg nach und nach aufbauen - und schon ein gutes Stück geschafft haben.
Spendenstichwort: Bwagura/Irango

Secondary School

"Tunamkumbuka" Patenschule unserer Realschule
Die weiterführende Schule in Bwagura - die Jugendlichen wissen, dass Bildung ein Weg aus der Armut ist.
Spendenstichwort: Bewagura/Tunamkumbuka

Grundschulen in Bwagura und Bwayenza

Für die beiden Grundschulen hat unsere Schule an der Ruhr eine Patenschaft übernommen.
Spendenstichwort: Bwagura/Grundschulen

Dispensary

Die ortsnahe gelegene "Apotheke" und kleine "Landarzt Praxis", in der mit einfachsten Mitteln unendlich viel geleistet wird: Die Behandlung von Malaria, TBC und Aids-Erkrankten, aber auch Familienplanung und Geburtshilfe.
Spendenstichwort: Bwagura/Apotheke

Allgemeinde Gemeindediakonie

Mit Geld unterstütz die Gemeinde in Bwagura Kranke und alte in Notsituationen, aber auch Familien mit Schulgeld für ihre Kinder bzw. Waisen.
Spendenstichwort: Bwagura/Diakonie

Kindergarten

"Uwakiki"
Ein Kindergarten für Aidswaisen-Kinder
Spendenstichwort: Bwagura/Uwakiki

Spendenkonto

Commerzbank Essen

IBAN: DE53 3604 0039 0420 317000
BIC:   COBADEFFXXX

Für Spendenbescheinigungen geben Sie bitte Ihren vollständigen Namen und Ihre Adresse an. Danke.

Bwagura Sonntag am 31.01.2016

Weite wirkt

-Ein Bericht von Heiner Bredehöft über den Partnerschaftsgottesdienst am 31.01.2016-

Seit über 25 Jahren gibt es die Partnerschaft der ev. Kirchengemeinde Kettwig mit dem Gemeindebezirk Bwagura in Tansania. Natürlich können nur alle paar Jahre Besuche ausgetauscht werden. Aber auch zwischendurch wird die Verbindung lebendig gehalten.

Einmal im Jahr feiern die Glaubensgeschwister jeweils in ihren Gemeinden einen Partnerschaftsgottesdienst.

In Kettwig war es am 31. Januar mal wieder so weit. Nachdem der Minichor den Gottesdienst mit einem fröhlichen Tunaimba („wir singen“) eingeleitet hatte, begrüßte Pfr’in Silke Althaus die Gemeinde.

„Wir Menschen sind die Ebenbilder Gottes – jeder von uns“, war das Leitmotiv der Predigt – und dazu wurden eindrucksvolle Portraitaufnahmen von Menschen aus Bwagura und Kettwig gezeigt. s.o.!

Jessica Pötter und Harald Suckau, die zuletzt 2014 als Kettwiger in Bwagura waren, berichteten kurz über die eindrucksvolle Gastfreundschaft, mit der sie in Bwagura empfangen wurden.

Nach dem Gottesdienst traf sich noch eine große Zahl interessierter Gemeindeglieder im Gemeindezentrum, um den Vortrag von Amos Kameli, Jurist aus Bukoba, Tansania, aus unmittelbarer Nachbarschaft zu Bwagura, zu hören. Er arbeitet in der Menschenrechtsabteilung der Nord-West Diözese der Luth. Kirche Tansania und z.Zt. im Haus Nordhelle der EKIR /Meinerzhagen.
Hier sein Gastvortrag:
  Initiates file downloadAmos Kameli, ein junger Jurist aus der Gegend unserer Partnergemeinde, engagiert in der dortigen Menschenrechtsarbeit, berichtete über das Verhältnis von Christen und Muslimen.
Auf den vielen Delegationsreisen haben die Kettwiger selber erlebt, dass im Bereich des alltäglichen Zusammenlebens ein freundliches Miteinander vorherrschend ist. Allerdings – so berichtete Kameli – ist das auf politischer Ebene nicht ganz so einfach. Der Staat geht davon aus, dass beide Religionsgruppen zahlenmäßig gleich stark sind, hütet sich aber, genau zu zählen. Die Frage nach der Religionszugehörigkeit ist bei den offiziellen Erhebungen untersagt. Man fürchtet – wohl zur Recht – dass die Bekanntgabe der zahlenmäßigen Überlegenheit einer der Religionsgruppe zu Ängsten und Unruhen bei der jeweils anderen führen würde. Er berichtete auch, dass in letzter Zeit in der Gegend unsrer Partnergemeinde einige Kirchen angezündet worden sind. Die staatlichen Organe würden möglicherweise die Brandstifter kennen, hüteten sich aber, diese bekannt zu geben. Anstatt dass nun die Christen ihrerseits angefangen haben, Moscheen in Brand zu setzen, wurden die betreffend Kirche wiederhergestellt. Zum Teil sehen sie jetzt besser aus als vorher - und es ist noch nicht zu neuen Übergriffen gekommen.

Aus anderen Erfahrungen weiß ich, dass dies dort die Mentalität ist: die Wiederherstellung des sozialen Friedens ist wichtiger als die Wahrheit ans Licht zu bringen und die Übeltäter abzustrafen.

Ob man hier was daraus lernen könnte?

Nur alle paar Jahre mal ein Besuch?

Die Zeit ist wieder reif:

Über Pfingsten erwartet die Gemeinde Kettwig vier Gemeindechristen aus Bwagura.

Sie werden sich knapp 14 Tage in Kettwig aufhalten und vor allem am Pfingstsonntag am großen zentralen Gottesdienst unserer Landeskirche im Mülheimer Stadthallengarten teilnehmen.

Dort treffen sich zahlreiche Partnerschaftsgruppen aus dem ganzen Rheinland unter dem Motto: „beGeistert 2016 – Weite wirkt“. Auch Bwagura und Kettwig werden sich begeistern lassen.

Heiner Bredehöft